Zwei Arten von Winterreifen
In Europa gibt es zwei Kategorien von Winterreifen:
Alpine Winterreifen, die für herkömmliche Winter in Westeuropa entwickelt wurden und Mobilität auf nassen, kalten und schneebedeckten Straßen gewährleisten.
Nordische Reifen (mit oder ohne Spikes), die für extreme Winter entwickelt wurden, wie sie in Skandinavien oder Nordrussland üblich sind. Diese Reifen sind speziell für sehr niedrige Temperaturen (bis zu -40°C) und regelmäßig vereiste Straßen ausgelegt.
In Österreich und Schweiz sind nordische Reifen nur unter bestimmten Bedingungen gesetzlich erlaubt. In Deutschland werden im Winter ausschließlich alpine Winterreifen genutzt. Einzige Ausnahme ist ein etwa 15 km breiter Straßenabschnitt entlang der österreichischen Grenze (Autobahnen ausgeschlossen).


Alpine Winterreifen: Einsatz und Grenzen
Alpine Winterreifen wurden entwickelt, um ein optimales Fahrverhalten bei Temperaturen zwischen +7°C und -20°C zu gewährleisten. Vor allem auf nassen und kalten Straßen, Schnee und leichter Glätte sind dies die idealen Reifen für die genannten Straßenkonditionen. Wenn Sie also im Winter bei starkem Schnee unterwegs sind, ist dies der richtige Winterreifen für Sie.
Eine Herausforderung stellen Temperaturen über 7°C dar, weil da unter diesen Bedingungen die Gummimischung weicher wird. Insbesondere bei warmen Temperaturen sowie auf nassen und trockenen Oberflächen bieten andere Reifen entsprechende Vorteile (Sommerreifen).
Unsere Empfehlung: Wenn Sie Winterreifen montiert haben und bei steigenden Temperaturen unterwegs sind, sollten Sie auf Sommerreifen umsteigen, um ein optimales Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Üblicherweise wird zu Ostern auf Sommerreifen gewechselt.
Kürzerer Bremsweg eines Winterreifens im Durchschnitt, verglichen mit einem Sommerreifen. Getestet wurde das Bremsen auf nasser Fahrbahn bei 80 km/h bis zum Stillstand. TÜV SÜD 2013 Prüfungen, mit 205/55 R16 H Reifen, durchgeführt bei 5°C.
Kürzerer Bremsweg eines Winterreifens im Durchschnitt, verglichen mit einem Sommerreifen. Getestet wurde das Bremsen auf schneebedeckter Fahrbahn bei 50 km/h bis zum Stillstand. TÜV SÜD 2013 Prüfungen, mit 205/55 R16 H Reifen, durchgeführt bei -5°C.
Ganzjahresreifen und Allwetterreifen (Allseason-Reifen)
Ein Ganzjahresreifen ist ein "Hybrid" mit einem breiteren Einsatzbereich als herkömmliche Sommerreifen oder Winterreifen. Der Reifen ist bei -10°C ebenso komfortabel ist wie bei +30°C. Das Geheimnis? Der Allwetterreifen kombiniert Technologien von Sommer- mit Winterreifen. Allseason-Reifen ermöglichen sicheres Fahren auf trockenen und nassen Straßen - ob im Winter, im Sommer oder auch auf Schnee. Zudem ist er wesentlich leiser unterwegs. Bei Temperaturen über 7°C hat er einen geringeren Rollwiderstand als ein Winterreifen auf trockener oder nasser Straße. Auch in anderer Hinsicht ist er wirtschaftlich: Sie können ihn das ganze Jahr über fahren und sparen sich das halbjährliche Wechseln und Einlagern.
Auch wenn der Ganzjahresreifen Sicherheit und Mobilität auf Schnee bietet, ist er im Winter nicht so leistungsfähig wie ein Winterreifen, der zwischen Oktober und Ostern nach wie vor die erste Wahl ist.

Winterreifen oder Ganzjahresreifen: Unsere Tipps zur richtigen Auswahl
Das wichtigste Kriterium zur Auswahl ist das Wetterklima, bei dem Sie mit Ihrem Fahrzeug unterwegs sind:
Wenn Sie regelmäßig auf schneebedeckten Straßen oder bei sehr niedrigen Temperaturen unterwegs sind, Sie an schwer zugänglichen Stellen (steile Hänge, Straßen ohne Schneeräumung, etc.) leben oder dort im Winter arbeiten, sind Winterreifen in diesen Fällen die bessere Wahl.
Wenn Sie nur gelegentlich auf verschneiten Straßen fahren, weil in Ihrer Region nur selten Schnee fällt oder Sie maximal zwei Mal im Jahr in den Alpen unterwegs sind (z.B. zum Skiurlaub), dann sind Ganzjahresreifen die bessere Wahl. Falls Sie bereits Winterreifen besitzen, können Sie dennoch von Allwetterreifen profitieren, da Sie sich im Frühjahr und Herbst den Wechsel und das Einlagern von Reifen sparen.